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Großbrand
im Heim war nur simuliert
Kisdorf – Das neue
Altenpflegeheim der Familie Schröter an der Segeberger Straße
war vorgestern Abend Schauplatz einer Großübung der im Amt
Kisdorf vereinigten Feuerwehren. Für die Dauer des rund zweistündigen
Übungseinsatzes sperrte die Polizei das gesamte Dorfzentrum. Der
Verkehr wurde über Nebenstraßen umgeleitet.
Simuliert wurde ein Großbrand mit 29 vermissten Personen. Sie
warteten in drei Geschossen des noch nicht vollständig
bezugfertigen Gebäudes auf Hilfe. Ursache für den angenommenen
Unglücksfall war ein Schwellbrand, der sich aufgrund mehrerer
Kurzschlüsse in der Elektroinstallation schnell ausbreitete.
Kurz nach 18 Uhr wird Alarm ausgelöst. Weniger als fünf Minuten
später treffen die ersten Rettungsfahrzeuge der Kisdorfer
Feuerwehr am „Unglücksort“ ein. Kisdorfs Gemeindewehrführer
Wolfgang Stolze, der den Einsatz leitet, zögert nicht.
„Atemschutzgeräteträger Fertigmachen!“, befiehlt er und
ordnet das Verlegen mehrerer Schlauchstrecken an.
Feuerwehrmann Jörn Buhmann atmet schwer unter seiner
Atemschutzmaske, als er über die Außentreppe in den ersten Stock
des zweigeschossigen Gebäudes hastet. Die Sicht in den mit
Kunstnebel verqualmten Räumen ist gleich Null.
Jörn Buhmann kniet nieder und bewegt sich auf Händen und Füßen
langsam vorwärts. „Hilfe, Hilfe. Hier bin ich. Helft mir
doch!“, hört er und tastet sich in die Richtung vor, aus der
die Stimme kommt. Dann entdeckt er Jannis Struck, Mitglied der
Jugendfeuerwehr Henstedt-Ulzburg, der einen Verletzten simuliert.
Jörn Buhmann packt das in einer Ecke zusammengekauert liegende
„Opfer“ unter den Armen und führt es ins Freie.
Noch während Buhmann mit der Suche nach weiteren „Vermissten“
beschäftigt ist, treffen nach und nach die anderen Wehren ein:
aus Oersdorf, Hüttblek, Kattendorf, Wakendorf II, Winsen,
Sievershütten, Struvenhütten und Stuvenborn. Auch die Amtswehrführung
mit der Führungsgruppe eilt herbei.
Mit beeindruckender Schnelligkeit werden rund um das Gebäude
Schlauchstrecken verlegt. Insgesamt 2,5 Kilometer.
Wolfgang Stolze hat die Situation im Griff. Keinen Moment verliert
er den Überblick. Das merken auch seine Kameraden. Die Ruhe ihres
Chefs und seine präzisen Anweisungen geben ihnen Sicherheit.
Auch Notarzt Dr. Sandu Deunert aus Kisdorf hat alle Hände voll zu
tun. Vorsichtig säubert der Mediziner die künstlichen
Brandwunden der inzwischen aus dem Gebäude geretteten
„Opfer“, legt Verbände an, misst den Blutdruck und beruhigt
mit tröstenden Worten.
Gruppenführer Sönke Hagemann von der Feuerwehr Kisdorf klettert
in Windeseile über eine Leiter auf ein Vordach im zweiten Stock. Dorthin haben Kameraden vier „Verletzte“ geschafft. Hagemann
sichert diese nun mit Seilen und Haken, damit sie über eine
Leiter nach unten gerettet werden können. Danach werden die
„Opfer“ mithilfe von Tragen zu einem Sammelplatz gebracht.
Nach 45 Minuten ist die Evakuierung des Gebäudes abgeschlossen.
Auch der „Brand“ ist gelöscht. Die Wassermassen, die dazu nötig
waren, wurden zum größten Teil auf umliegende Wiesen geleitet,
um das Gebäude nicht zu beschädigen. Gegen 20 Uhr rollen die
Brandschützer ihre letzten Schläuche zusammen.
Insgesamt waren an der Großübung rund 260 Einsatzkräfte sowie
46 Fahrzeuge beteiligt. Unterstützt wurden die neun
Gemeindewehren des Amtes Kisdorf von der Schnellen Einsatzgruppe (SEG)
des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), von der Jugendfeuerwehr
Henstedt-Ulzburg, von den Notärzten Dr. Christoph Albrecht
(Hamburg) und Dr. Sandu Deunert (Kisdorf) sowie von der Feuerwehr
Kaltenkirchen.
„Mit dem Ablauf der Übung bin ich sehr zufrieden. Alle
Kameraden haben einen tollen Einsatz gezeigt und wussten, was zu
tun ist. So kann es weitergehen“, resümierte Amtswehrführer
Michael Henning aus Stuvenborn.
Von Alexander Christ / Segeberger
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