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Schon zu allen Zeiten war der Mensch auf das Feuer angewiesen.
Er hat früh
gelernt, es für seine Zwecke zu nutzen.
So nützlich das Feuer für den Menschen auch ist, so verheerend kann seine
Wirkung werden, wenn es seiner Aufsicht entgleitet. Es wurde notwendig, sich
gegen die gefährliche Macht des Feuers zu schützen. Dies Problem wurde im
Laufe der Zeit auf verschiedene Art und Weise gelöst.
Erst vor etwa 150 Jahren entstand in den Landgemeinden unseres Landes ein örtlich
organisiertes Feuerlöschwesen.
Davor mußte jeder Kätner und Bauer Feuerlöschgeräte (Leiter,Patsche, Haken
und Ledereimer) besitzen und bei amtlich fest gesetzten Brandschauen vorweisen können.
In Regierungs- und Kirspielsverfügungen wurde auf den Feuerschutz hingewiesen.
Es war Pflicht eines jeden einzelnen, in Feuersnöten Beistand zu leisten. Um
die Mitte des vorigen Jahrhunderts wurden dann gemäß behördlicher Anordnung
die ersten örtlichen Zwangsfeuerwehren eingerichtet
Diese Zwangsfeuerwehre leisteten natürlich auch Nachbarschaftshilfe in
benachbarten Gemeinden.
So mußte die Zwangswehr O E R S D O R F beispielsweise am 09. Februar
1897 nach Kaltenkirchen ausrücken, wo es bereits seit 1888 eine Freiwillige
Feuerwehr gab.
Hier brannte das Gehöft von Detlev Möller bis auf die Grundmauern nieder. Die
Oersdorfer Wehr konnte nicht in Aktion treten, es war kein Löschwasser
vorhanden. Nur dem Umstande, daß Schnee die strohgedeckten Nachbargebäude
bedeckte, war es zu verdanken,
daß der Funkenflug kein weiteres Gehöft in Brand setzte.
In einer Topographie aus dem Jahre 1841 heißt es, daß 1801 in Kaltenkirchen 26
Gebäude und das Armenhaus nieder brannten. So schwierig war es also damals
noch, benachbarte gefährdete Gebäude zu schützen.
In O E R S D O R F brannten beispielsweise am 05.April 1913 drei Gebäude zur
gleichen Zeit.
Das Feuer war in Gustav Schümanns Kate ausgebrochen und entzündete durch
Funkenflug Ernst Wraages Viehstall und die Abschiedskate von Adolf Ahrens. Schümanns
Scheune brannte während des Dreschens mit der Maschine. Die Kattenbek war
damals imstande, das für die Feuerspritzen erforderliche Wasser zu liefern. Die
Kattendorfer und Struvenhüttener Wehr legten ihre Spritzen oberhalb der Brücke
bei der Schule an, und die Kaltenkirchener Wehr unterhalb der Brücke. Alle drei
Spritzen konnten ausreichend mit Wasser versorgt werden.
Am 15. September 1884 brannte die Schulkate nieder. Sie wurde an gleicher Stelle
wieder Aufgebaut. Im Jahre 1892 brannte die Kate von Martin Schümann. Der
Erfolg der vor etwa 150 Jahre entstandenen Zwangswehren war aus verschiedenen Gründen
nur gering.
Daher entstanden die Freiwilligen Feuerwehren in Schleswig-Holstein.
Im benachbarten Kaltenkirchen wurde bereits im Jahre 1888 eine solche
Freiwillige Feuerwehr gegründet.
Die Oersdorfer Bürger wurden am 09.April 1934 vom damaligen Löschzugführer
Hermann Gravert zu einer Gründungsversammlung im Lokal Siefke aufgerufen. Die
Beteiligung an dieser Versammlung war außerordentlich rege. Vom Löschzugführer
wurde in einer längeren Ansprache auf die Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit
einer freiwilligen Ortswehr hingewiesen.
Die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr in Oersdorf wurde dann einstimmig
beschlossen.
Die folgenden Ostseinwohner traten dann der neugegründeten Wehr als Aktive
Mitglieder bei:
Hermann Gravert, Hermann Ahrens, Max Steuck, Otto Fricke, Bruno Köhn, Rudolf
Wrage, Otto Schulze, Henry Ahrens, Hans Gravert, Heinz Schümann, Willi Klatt,
Artur Romanowski, Erich Wenzel, Artur Sell, Wilhelm Bade, Martin Schwarten,
Martin Ahrens, Paul Lembke, Hinrich Göttsch, Artur Henning, Ernst Wrage, Emil
Klatt, Ernst Bock, Gustav Köhn, Martin Bade,
Hans Lunding jr., Julius Bade, Herbert Lembke, Otto Romanowski, Timm Böge,
Ernst Nebel und Willy Kahl.
Somit hatte die Oersdorfer Freiwillige Feuerwehr bereits im Gründungsjahr
1934 zweiunddreißig Aktive Mitglieder.
Die auch in anderen Orten allgemein eingeführte Satzung wurde einstimmig ohne
Änderung angenommen. Man einigte sich auf einen monatlichen Beitragssatz von 10
Pfennig für Aktive Mitglieder und 20 Pfennig für Passive Mitglieder. Zum Löschzugführer
des Löschzuges 7 wurde der Kamerad Hermann Gravert ernannt.
Sein Stellvertreter war Hermann Ahrens. Steigerführer wurde Max Steuck. Als
Gerätewart stand der Wehr damals eine fahrbare Handspritze zur Verfügung, die
durch 8 Kameraden bedient werden mußte. Sie war im damaligen Feuerwehrgerätehaus
neben dem
jetzigen Ehrenmal untergestellt. In späteren Jahren wurde eine tragbare
Motorspritze mit einer Leistung von ca. 400 l/min angeschafft.
Der nächste Schritt war dann ein einachsige Magirus-Anhänger, in dem die
Tragkraftspritze untergebracht war. Dieser Anhänger wurde im Einsatz zunächst
hinter einen Traktor gehängt und später dann vom LKW des Kameraden Klatt
gezogen.
Bereits nach einjähriger Amtszeit, im Jahre 1935, legte der Löschzugführer
Hermann Gravert sein Amt wegen Arbeitsüberlastung nieder. Mit der Führung des
Löschzuges wurde der stellvertretende Löschzugführer Hermann Ahrens
beauftragt.
Am 17. November 1935 fand in Oersdorf eine Hauptübung statt, zu der die Löschzüge
Kattendorf, Winsen, Kisdorf und Kaltenkirchen eingeladen wurden. Während der
Kriegsjahre war der Kamerad Otto Schulze "Wehrleiter ". Im Jahre 1939
brannten auf einem Gehöft
die Stallungen nieder. Das Wohngebäude konnte gerettet werden.
Im Mai 1946 wurde auf einer Versammlung auf die Zweckmäßigkeit der
Beibehaltung der örtlichen Feuerwehr auf freiwilliger Grundlage hingewiesen.
Alle Anwesenden waren für die Weiterführung einer FREIWILLIGEN FEUERWEHR:
Nach dem Landesbrandschutzgesetz ist die Gemeinde für den Brandschutz zuständig.
Sie hat vom Gesetz her dafür zu sorgen, daß die hier für erforderlichen Ausrüstungen
und Geräte vorhanden sind. Sollte es in einer Gemeinde nicht zur Gründung
einer Freiwilligen Feuerwehr kommen, weil sich nicht genügend geeignete Bürger
bereit finden, freiwillig die Aufgabe des Brandschutzes für die Gemeinde zu übernehmen
müßten alle geeigneten Einwohner durch die Gemeinde zwangsverpflichtet werden.
Die für den Brandschutz für die Freiwilligen Feuerwehren bereitgestellten
Ausrüstungen und Geräte bleiben Eigentum der Gemeinde.
Der Kamerad Otto Schulze trat 1946 aus gesundheitlichen Gründen als Löschzugführer
zurück.
Es wurde der Kamerad Max Steuck zum Löschzugführer gewählt. Sein
Stellvertreter wurde Kamerad Willy Rudolph. Am 18.November 1953 nahm die
Freiwillige Feuerwehr Oersdorf an der Einweihung des Ehrenmales teil. Die
Kaltenkirchener Feuerwehrkapelle war eingeladen. 1951 betrug die Stärke der
Wehr 18 Mann.
Da das alte Gerätehaus am Ehrenmal den Ansprüchen nicht mehr genügte,
wurde am 21.November 1953 das Gerätehaus in der Schulscheune bezogen.
1959 bekam die Wehr eine Feuersirene. Im gleichem Jahr begingen die Oersdorfer
Feuerwehrkameraden ihr 25 jähriges Jubiläum. Im Jahre 1960 legte der langjährige
Wehrführer, Brandmeister Max Steuck, sein Amt aus Altersgründen nieder. Sein
Nachfolger wurde Kamerad Karl Heinz Gravert. Brandmeister Max Steuck wurde
einstimmig zum Ehrenmitglied der Wehr ernannt.
Im Frühjahr 1960 mußte ein Barackenbrand auf dem Schützenplatz gelöscht
werden. Im Februar 1962 waren die Kameraden der Oersdorfer Wehr anläßlich der
Flutkatastrophe vom 17.Februar im Faschineneinsatz. Im April 1962 legte der
Wehrführer Karl-Heinz Gravert sein Amt nieder. Sein Nachfolger wurde Kamerad
Kurt Siefke.
Der Wehrführer wird von den Aktiven Kameraden gewählt und von der
Gemeindevertretung bestätigt, um dann zum Ehrenbeamten ernannt zu werden. Die
Beförderung zum Brandmeister oder Oberbrandmeister kann erst nach Absolvierung
der erforderlichen
Fachlehrgänge erfolgen.
Am 18.Mai 1968 hatte die Wehr ihren großen Tag. Es fand der Amtsfeuerwehrtag
in Oersdorf statt. Im gleichen Jahr stellte sich die Wehr zur ersten
Leistungsbewertung. Im Jahre 1969 bringt die Wehr bereits die nächste
Leistungsbewertung mit Erfolg hinter sich.
Die " Silberne Leistungsplakette " erringt sie dann bereits im
folgenden Jahr 1970.
Im Jahre I973 wird in Eigenleistung ein Schulungs- und Aufenthaltsraum in der
alten Schulscheune eingerichtet. Dieser Raum war zu Recht immer der ganze Stolz
der Wehr.
Selbstverständlich nahm die Wehr an verschiedenen Veranstaltungen auf Amts-
Kreis- und Landesebene und an Bundesfeuerwehrtagen teil.
Bei den verschiedenen Feuerwehrrallyes auf Kreisebene hat sie sogar den 1. Preis
errungen.
Bei den Landesfeuerwehrmärschen um den Segeberger See haben nicht nur die
Feuerwehrmänner, sondern auch die Frauen der Feuerwehrmänner mit Erfolg
teilgenommen.
Im Jahre 1974 beging die Wehr ihr 40 jähriges Jubiläum. Im Jahre 1977
verstarb der Wehrführer Oberbrandmeister Kurt Siefke. Sein Nachfolger wurde
Kamerad Ernst-August Sell. Sein Stellvertreter wurde der Kamerad Horst
Schwarten.
Im Jahre 1981 wird die Wehr mit einem neuen Fahrzeug ausgestattet.
Es wurde ein Löschfahrzeug (LF 8) mit Vorbaupumpe und einer Leistung von 8oo
Liter Wasser pro Minute. Dieses Fahrzeug war bis 2003 im Dienst. Es war unter
anderem mit vier Atemschutzgeräten, einem Notstromaggregat, zwei 1000
Watt-Strahlern mit Stativ sowie für die Rettung von eingeklemmten Verletzen aus
Fahrzeugen mit Rettungsschere und Spreizer und einer Light-Water-Löschanlage
ausgestattet. Das Fahrzeug war gleichzeitig ein Mannschaftsfahrzeug. Es war mit
Funk ausgerüstet und stand im Einsatz somit ständig mit der
damaligen Leitstelle in Bad Segeberg (jetzt Leitstelle Holstein in Norderstedt)
und der Einsatzleitung an der Einsatzstelle in Verbindung.
Unter der Leitung des Oberbrandmeisters Ernst-August Sell begeht die
Oersdorfer Wehr im Jahre 1984 ihr 5o jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlaß
findet der Amtsfeuerwehrtag der Amtswehr Kisdorf für das Jahr 1984 in Oersdorf
statt. Im Jahre 1985 erfolgte ein
neuer Wechsel in der Führung unserer Ortswehr. Der Wehrführer Ernst-August
Sell, wurde zum Amtswehrführer gewählt. Wehrführer der Oersdorfer Wehr wurde
nun der Brandmeister Kamerad Horst Schwarten. Zum Vertreter wurde der Kamerad
Gunter Krüger gewählt.
Bereits sieben Jahre später, nämlich im Jahre 1992,wurde die nächste Wahl
erforderlich.
Der Wehrführer, Oberbrandmeister Horst Schwarten, trat die Nachfolge von
Hauptbrandmeister Ernst-August Sell als Amtswehrführer an. Wehrführer wurde
jetzt der Brandmeister Gunter Krüger und sein Vertreter Kamerad Wolfgang von
Drathen.
Unter der Führung von Oberbrandmeister Gunter Krüger feiern die Oersdorfer
Floriansjünger ihr nächstes Jubiläum. Die Wehr begeht ihren 6o Geburtstag.
Sie richtet aus diesem Anlaß das vierte mal den Amtsfeuerwehrtag der Amtswehr
Kisdorf in Oersdorf aus.
Im Jahre 1998 stellen der Wehrführer Oberbrandmeister Gunter Krüger und sein
Stellvertreter, Brandmeister Wolfgang von Drathen sich nicht wieder zur Wahl.
Zum neuen Wehrführer wurde der Kamerad Christian Blöcker gewählt. Zu
seinem Vertreter wurde der Kamerad Michael Sell ernannt. In dieser Wehr, mit
Christian Blöcker und seinem Vertreter Michael Sell an der Spitze, tun 2009 29
Kameradinnen und Kameraden mit Freude freiwillig ihre Pflicht und sind gerne
bereit, Aufgaben für die Allgemeinheit zu übernehmen. Der Wehr gehören außerdem
z.Zt. 13 Ehrenmitglieder an.
Die Kameradschaft wird ständig durch Ausflüge und andere
Gemeinschaftsveranstaltungen gefestigt. Die Wehr wird unterstützt durch ca. 186
Fördernde Mitglieder. Weitere Fördernde so wie auch gerne Aktive neue
Mitglieder sind stets herzlich willkommen.
Am 09.Mai 1998 ist für die Oersdorfer Kameraden ein ganz großer Tag. Der
Einzug in unsere neue Feuerwache am Dorfplatz wurde groß gefeiert und der
dankbaren Wehr übergeben.
Es dauerte nicht lange bis bis die nächste Einweihung gefeiert werden konnte:
Im Jahre 2003 konnten
wir unser 22 Jahre altes und nicht mehr zeitgemäßes Löschgruppenfahrzeug
(LF8) durch das jetzige Löschgruppenfahrzeug (LF10/6) ersetzen.
An Bord befindet sich neben dem 1000 Liter Wassertank eine 1600
Heckpumpe, eine Dynawatt-Anlage, eine feste pneumatische so wie mobile
Flutlichtanlage, Hydraulische Rettungsgeräte: Schere, Spreizer, 3
Rettungszylinder, 4 Atemschutzgeräte, eine Schnellangriffslöschanlage sowie
diverse Löschamaturen und Rettungsgerätschaften.
Durch die neue EU Führerscheinverordnung
und den daraus resultierenden Problemen mit der 7,5t Regelung für die
Führerscheinneulinge wurde Ende 2004 eine Mercedes-Pritsche 3,5t günstig
erworben und in Eigenleistung zu einem Gerätewagen Nachschub (GW/N) umgebaut.
Durch dieses 2te Fahrzeug kann auch Tagsüber ein sicherer Brandschutz durch
FS-Klasse B Kräfte gewährleistet werden.
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