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Historie


Unsere Freiwillige Feuerwehr Oersdorf
wurde am 9.April 1934 gegründet

    

Schon zu allen Zeiten war der Mensch auf das Feuer angewiesen.
Er hat früh gelernt, es für seine Zwecke zu nutzen.
So nützlich das Feuer für den Menschen auch ist, so verheerend kann seine Wirkung werden, wenn es seiner Aufsicht entgleitet. Es wurde notwendig, sich gegen die gefährliche Macht des Feuers zu schützen. Dies Problem wurde im Laufe der Zeit auf verschiedene Art und Weise gelöst.

Erst vor etwa 150 Jahren entstand in den Landgemeinden unseres Landes ein örtlich organisiertes Feuerlöschwesen.
Davor mußte jeder Kätner und Bauer Feuerlöschgeräte (Leiter,Patsche, Haken und Ledereimer) besitzen und bei amtlich fest gesetzten Brandschauen vorweisen können. In Regierungs- und Kirspielsverfügungen wurde auf den Feuerschutz hingewiesen.
Es war Pflicht eines jeden einzelnen, in Feuersnöten Beistand zu leisten. Um die Mitte des vorigen Jahrhunderts wurden dann gemäß behördlicher Anordnung die ersten örtlichen Zwangsfeuerwehren eingerichtet

Diese Zwangsfeuerwehre leisteten natürlich auch Nachbarschaftshilfe in benachbarten Gemeinden.

So mußte die Zwangswehr O E R S D O R F beispielsweise am 09. Februar 1897 nach Kaltenkirchen ausrücken, wo es bereits seit 1888 eine Freiwillige Feuerwehr gab.
Hier brannte das Gehöft von Detlev Möller bis auf die Grundmauern nieder. Die Oersdorfer Wehr konnte nicht in Aktion treten, es war kein Löschwasser vorhanden. Nur dem Umstande, daß Schnee die strohgedeckten Nachbargebäude bedeckte, war es zu verdanken,
daß der Funkenflug kein weiteres Gehöft in Brand setzte.
In einer Topographie aus dem Jahre 1841 heißt es, daß 1801 in Kaltenkirchen 26 Gebäude und das Armenhaus nieder brannten. So schwierig war es also damals noch, benachbarte gefährdete Gebäude zu schützen.

In O E R S D O R F brannten beispielsweise am 05.April 1913 drei Gebäude zur gleichen Zeit.
Das Feuer war in Gustav Schümanns Kate ausgebrochen und entzündete durch Funkenflug Ernst Wraages Viehstall und die Abschiedskate von Adolf Ahrens. Schümanns Scheune brannte während des Dreschens mit der Maschine. Die Kattenbek war damals imstande, das für die Feuerspritzen erforderliche Wasser zu liefern. Die Kattendorfer und Struvenhüttener Wehr legten ihre Spritzen oberhalb der Brücke bei der Schule an, und die Kaltenkirchener Wehr unterhalb der Brücke. Alle drei Spritzen konnten ausreichend mit Wasser versorgt werden.

Am 15. September 1884 brannte die Schulkate nieder. Sie wurde an gleicher Stelle wieder Aufgebaut. Im Jahre 1892 brannte die Kate von Martin Schümann. Der Erfolg der vor etwa 150 Jahre entstandenen Zwangswehren war aus verschiedenen Gründen nur gering.

Daher entstanden die Freiwilligen Feuerwehren in Schleswig-Holstein.
Im benachbarten Kaltenkirchen wurde bereits im Jahre 1888 eine solche Freiwillige Feuerwehr gegründet.

Die Oersdorfer Bürger wurden am 09.April 1934 vom damaligen Löschzugführer Hermann Gravert zu einer Gründungsversammlung im Lokal Siefke aufgerufen. Die Beteiligung an dieser Versammlung war außerordentlich rege. Vom Löschzugführer wurde in einer längeren Ansprache auf die Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit einer freiwilligen Ortswehr hingewiesen.
Die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr in Oersdorf wurde dann einstimmig beschlossen.

Die folgenden Ostseinwohner traten dann der neugegründeten Wehr als Aktive Mitglieder bei:
Hermann Gravert, Hermann Ahrens, Max Steuck, Otto Fricke, Bruno Köhn, Rudolf Wrage, Otto Schulze, Henry Ahrens, Hans Gravert, Heinz Schümann, Willi Klatt, Artur Romanowski, Erich Wenzel, Artur Sell, Wilhelm Bade, Martin Schwarten, Martin Ahrens, Paul Lembke, Hinrich Göttsch, Artur Henning, Ernst Wrage, Emil Klatt, Ernst Bock, Gustav Köhn, Martin Bade,
Hans Lunding jr., Julius Bade, Herbert Lembke, Otto Romanowski, Timm Böge, Ernst Nebel und Willy Kahl.

Somit hatte die Oersdorfer Freiwillige Feuerwehr bereits im Gründungsjahr 1934 zweiunddreißig Aktive Mitglieder.

Die auch in anderen Orten allgemein eingeführte Satzung wurde einstimmig ohne Änderung angenommen. Man einigte sich auf einen monatlichen Beitragssatz von 10 Pfennig für Aktive Mitglieder und 20 Pfennig für Passive Mitglieder. Zum Löschzugführer des Löschzuges 7 wurde der Kamerad Hermann Gravert ernannt.

Sein Stellvertreter war Hermann Ahrens. Steigerführer wurde Max Steuck. Als Gerätewart stand der Wehr damals eine fahrbare Handspritze zur Verfügung, die durch 8 Kameraden bedient werden mußte. Sie war im damaligen Feuerwehrgerätehaus neben dem
jetzigen Ehrenmal untergestellt. In späteren Jahren wurde eine tragbare Motorspritze mit einer Leistung von ca. 400 l/min angeschafft.
Der nächste Schritt war dann ein einachsige Magirus-Anhänger, in dem die Tragkraftspritze untergebracht war. Dieser Anhänger wurde im Einsatz zunächst hinter einen Traktor gehängt und später dann vom LKW des Kameraden Klatt gezogen.

Bereits nach einjähriger Amtszeit, im Jahre 1935, legte der Löschzugführer Hermann Gravert sein Amt wegen Arbeitsüberlastung nieder. Mit der Führung des Löschzuges wurde der stellvertretende Löschzugführer Hermann Ahrens beauftragt.

Am 17. November 1935 fand in Oersdorf eine Hauptübung statt, zu der die Löschzüge Kattendorf, Winsen, Kisdorf und Kaltenkirchen eingeladen wurden. Während der Kriegsjahre war der Kamerad Otto Schulze "Wehrleiter ". Im Jahre 1939 brannten auf einem Gehöft
die Stallungen nieder. Das Wohngebäude konnte gerettet werden.

Im Mai 1946 wurde auf einer Versammlung auf die Zweckmäßigkeit der Beibehaltung der örtlichen Feuerwehr auf freiwilliger Grundlage hingewiesen. Alle Anwesenden waren für die Weiterführung einer FREIWILLIGEN FEUERWEHR:

Nach dem Landesbrandschutzgesetz ist die Gemeinde für den Brandschutz zuständig.
Sie hat vom Gesetz her dafür zu sorgen, daß die hier für erforderlichen Ausrüstungen und Geräte vorhanden sind. Sollte es in einer Gemeinde nicht zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr kommen, weil sich nicht genügend geeignete Bürger bereit finden, freiwillig die Aufgabe des Brandschutzes für die Gemeinde zu übernehmen müßten alle geeigneten Einwohner durch die Gemeinde zwangsverpflichtet werden.

Die für den Brandschutz für die Freiwilligen Feuerwehren bereitgestellten Ausrüstungen und Geräte bleiben Eigentum der Gemeinde.

Der Kamerad Otto Schulze trat 1946 aus gesundheitlichen Gründen als Löschzugführer zurück.
Es wurde der Kamerad Max Steuck zum Löschzugführer gewählt. Sein Stellvertreter wurde Kamerad Willy Rudolph. Am 18.November 1953 nahm die Freiwillige Feuerwehr Oersdorf an der Einweihung des Ehrenmales teil. Die Kaltenkirchener Feuerwehrkapelle war eingeladen. 1951 betrug die Stärke der Wehr 18 Mann.

Da das alte Gerätehaus am Ehrenmal den Ansprüchen nicht mehr genügte, wurde am 21.November 1953 das Gerätehaus in der Schulscheune bezogen.
1959 bekam die Wehr eine Feuersirene. Im gleichem Jahr begingen die Oersdorfer Feuerwehrkameraden ihr 25 jähriges Jubiläum. Im Jahre 1960 legte der langjährige Wehrführer, Brandmeister Max Steuck, sein Amt aus Altersgründen nieder. Sein Nachfolger wurde Kamerad Karl Heinz Gravert. Brandmeister Max Steuck wurde einstimmig zum Ehrenmitglied der Wehr ernannt.

Im Frühjahr 1960 mußte ein Barackenbrand auf dem Schützenplatz gelöscht werden. Im Februar 1962 waren die Kameraden der Oersdorfer Wehr anläßlich der Flutkatastrophe vom 17.Februar im Faschineneinsatz. Im April 1962 legte der Wehrführer Karl-Heinz Gravert sein Amt nieder. Sein Nachfolger wurde Kamerad Kurt Siefke.

Der Wehrführer wird von den Aktiven Kameraden gewählt und von der Gemeindevertretung bestätigt, um dann zum Ehrenbeamten ernannt zu werden. Die Beförderung zum Brandmeister oder Oberbrandmeister kann erst nach Absolvierung der erforderlichen
Fachlehrgänge erfolgen.

Am 18.Mai 1968 hatte die Wehr ihren großen Tag. Es fand der Amtsfeuerwehrtag in Oersdorf statt. Im gleichen Jahr stellte sich die Wehr zur ersten Leistungsbewertung. Im Jahre 1969 bringt die Wehr bereits die nächste Leistungsbewertung mit Erfolg hinter sich.
Die " Silberne Leistungsplakette " erringt sie dann bereits im folgenden Jahr 1970.
Im Jahre I973 wird in Eigenleistung ein Schulungs- und Aufenthaltsraum in der alten Schulscheune eingerichtet. Dieser Raum war zu Recht immer der ganze Stolz der Wehr.

Selbstverständlich nahm die Wehr an verschiedenen Veranstaltungen auf Amts- Kreis- und Landesebene und an Bundesfeuerwehrtagen teil.
Bei den verschiedenen Feuerwehrrallyes auf Kreisebene hat sie sogar den 1. Preis errungen.
Bei den Landesfeuerwehrmärschen um den Segeberger See haben nicht nur die Feuerwehrmänner, sondern auch die Frauen der Feuerwehrmänner mit Erfolg teilgenommen.

Im Jahre 1974 beging die Wehr ihr 40 jähriges Jubiläum. Im Jahre 1977 verstarb der Wehrführer Oberbrandmeister Kurt Siefke. Sein Nachfolger wurde Kamerad Ernst-August Sell. Sein Stellvertreter wurde der Kamerad Horst Schwarten.

Im Jahre 1981 wird die Wehr mit einem neuen Fahrzeug ausgestattet.
Es wurde ein Löschfahrzeug (LF 8) mit Vorbaupumpe und einer Leistung von 8oo Liter Wasser pro Minute. Dieses Fahrzeug war bis 2003 im Dienst. Es war unter anderem mit vier Atemschutzgeräten, einem Notstromaggregat, zwei 1000 Watt-Strahlern mit Stativ sowie für die Rettung von eingeklemmten Verletzen aus Fahrzeugen mit Rettungsschere und Spreizer und einer Light-Water-Löschanlage ausgestattet. Das Fahrzeug war gleichzeitig ein Mannschaftsfahrzeug. Es war mit Funk ausgerüstet und stand im Einsatz somit ständig mit der
damaligen Leitstelle in Bad Segeberg (jetzt Leitstelle Holstein in Norderstedt) und der Einsatzleitung an der Einsatzstelle in Verbindung.

Unter der Leitung des Oberbrandmeisters Ernst-August Sell begeht die Oersdorfer Wehr im Jahre 1984 ihr 5o jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlaß findet der Amtsfeuerwehrtag der Amtswehr Kisdorf für das Jahr 1984 in Oersdorf statt. Im Jahre 1985 erfolgte ein
neuer Wechsel in der Führung unserer Ortswehr. Der Wehrführer Ernst-August Sell, wurde zum Amtswehrführer gewählt. Wehrführer der Oersdorfer Wehr wurde nun der Brandmeister Kamerad Horst Schwarten. Zum Vertreter wurde der Kamerad Gunter Krüger gewählt.
Bereits sieben Jahre später, nämlich im Jahre 1992,wurde die nächste Wahl erforderlich.
Der Wehrführer, Oberbrandmeister Horst Schwarten, trat die Nachfolge von Hauptbrandmeister Ernst-August Sell als Amtswehrführer an. Wehrführer wurde jetzt der Brandmeister Gunter Krüger und sein Vertreter Kamerad Wolfgang von Drathen.

Unter der Führung von Oberbrandmeister Gunter Krüger feiern die Oersdorfer Floriansjünger ihr nächstes Jubiläum. Die Wehr begeht ihren 6o Geburtstag. Sie richtet aus diesem Anlaß das vierte mal den Amtsfeuerwehrtag der Amtswehr Kisdorf in Oersdorf aus.
Im Jahre 1998 stellen der Wehrführer Oberbrandmeister Gunter Krüger und sein Stellvertreter, Brandmeister Wolfgang von Drathen sich nicht wieder zur Wahl.

Zum neuen Wehrführer wurde der Kamerad Christian Blöcker gewählt. Zu seinem Vertreter wurde der Kamerad Michael Sell ernannt. In dieser Wehr, mit Christian Blöcker und seinem Vertreter Michael Sell an der Spitze, tun 2009 29 Kameradinnen und Kameraden mit Freude freiwillig ihre Pflicht und sind gerne bereit, Aufgaben für die Allgemeinheit zu übernehmen. Der Wehr gehören außerdem z.Zt. 13 Ehrenmitglieder an.

Die Kameradschaft wird ständig durch Ausflüge und andere Gemeinschaftsveranstaltungen gefestigt. Die Wehr wird unterstützt durch ca. 186 Fördernde Mitglieder. Weitere Fördernde so wie auch gerne Aktive neue Mitglieder sind stets herzlich willkommen.

Am 09.Mai 1998 ist für die Oersdorfer Kameraden ein ganz großer Tag. Der Einzug in unsere neue Feuerwache am Dorfplatz wurde groß gefeiert und der dankbaren Wehr übergeben.
Es dauerte nicht lange bis bis die nächste Einweihung gefeiert werden konnte:
Im Jahre 2003 konnten wir unser 22 Jahre altes und nicht mehr zeitgemäßes Löschgruppenfahrzeug (LF8) durch das jetzige Löschgruppenfahrzeug (LF10/6) ersetzen.
An Bord befindet sich neben dem 1000 Liter Wassertank
eine 1600 Heckpumpe, eine Dynawatt-Anlage, eine feste pneumatische so wie mobile Flutlichtanlage, Hydraulische Rettungsgeräte: Schere, Spreizer, 3 Rettungszylinder, 4 Atemschutzgeräte, eine Schnellangriffslöschanlage sowie diverse Löschamaturen und Rettungsgerätschaften.

Durch die neue EU Führerscheinverordnung und den daraus resultierenden Problemen mit der 7,5t Regelung für die Führerscheinneulinge wurde Ende 2004 eine Mercedes-Pritsche 3,5t günstig erworben und in Eigenleistung zu einem Gerätewagen Nachschub (GW/N) umgebaut. Durch dieses 2te Fahrzeug kann auch Tagsüber ein sicherer Brandschutz durch FS-Klasse B Kräfte gewährleistet werden.

 

Unsere Fahrzeuge 2008
Unsere Fahrzeuge 2009
 
Tragkraftspritze
Tragkraftspritze
 
Alte Feuerwehrspritze von 1886
Alte Feuerwehrspritze
von 1886
  
Unser alter Ford Transit
Unser alter Ford Transit
 
Heck Ansicht
Heck Ansicht
 
Früheres Gruppenfoto unserer Wehr
Früheres Gruppenfoto
unserer Wehr
 
Foto2
Foto2
 
Unser neues LG8 (Liesel)
Übergabe des LF8 (Liesel)
 
LF8 Übergabe
Foto 2
 
Foto3
Foto3
 
Altes Gerätehaus und LF8
Altes Gerätehaus und LF8
 
LF8 Atemschutzübung 1
LF8 Atemschutzübung 1
 
LF8 Atemschutzübung 2
LF8 Atemschutzübung 2
 
LF8 Atemschutzübung 3
LF8 Atemschutzübung 3
 
LF8 Atemschutzübung 4
LF8 Atemschutzübung 4
 
Alte Schere Spreizer
Alte Schere & Spreizer


  
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